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Macht, kausalität und normativität

Research output: Contribution to journalJournal article

Published
<mark>Journal publication date</mark>1/11/2014
<mark>Journal</mark>Zeitschrift für kritische Sozialtheorie und Philosophie
Issue number2
Volume1
Number of pages25
Pages (from-to)1-25
Publication statusPublished
Early online date17/10/14
Original languageGerman

Abstract

Der Artikel entwickelt eine kritisch-realistische Darstellung zweier Aspekte, die in der Untersuchung von Macht häufig implizit bleiben: der vorausgesetzten Kausalitätstheorie und der Umgangsweise mit den normativen Konnotationen von Macht. Diskutiert werden diese Fragen teilweise unter Bezug auf Foucaults Sichtweisen von Macht, insbesondere wie sie in Der Wille zum Wissen dargelegt sind. Hinsichtlich Foucaults ubiquitärer Machtkonzeption lautet die These, dass diese kompatibel ist mit Begriffen von Verursachung oder Macht, die auf Fähigkeiten von Objekten referieren, denn verstreute Macht setzt Kausali- tät und causal powers voraus. Im zweiten Teil des Artikels wird die Auffassung vertreten, dass den normativen Implikationen von Macht nicht aus dem Weg gegangen werden sollte und dass Bewertungen von Macht in Hinblick auf menschliches Wohlergehen und Leid zu den Adäquatheitsbedingungen sozial- wissenschaftlicher Beschreibungen und Erklärungen gehören. Angesichts der Unhaltbarkeit der Fakten/Werte- und Sein/Sollens-Unterscheidungen sowie der Unerlässlichkeit dichter ethischer Begriffe in den Sozialwissenschaften werden positivistische und foucaultianische Zurückweisungen von Normativität einer Kritik unterzogen.